Omora Sieber

Seit Anfang März der erste COVID Fall von der Regierung bestätigt wurde, hat sich Chile sehr verändert. In der Hauptstadt, Santiago, gingen die ersten Gemeinden am 26.März in totale Quarantäne, es folgte eine landesweite nächtliche Ausgangssperre, Maskenpflicht und die Schließung der Grenzen. Nun konnte man nur mit einer offiziellen polizeilichen Erlaubnis aus dem Haus gehen. Außerhalb des Hauses konnte man aber auch nicht viel machen, denn Restaurants, Kinos, Clubs, Schulen usw. waren alle geschlossen. Man begann von Zuhause aus zu arbeiten und man begann mit der Onlineschule.

Trotz diesen scheinbar radikalen Maßnahmen wurde die Anzahl der Fälle aber nicht kleiner. Für viele Menschen war es unmöglich von Zuhause aus zu arbeiten und sie mussten sich immer noch jeden Tag in vollen Bussen zur Arbeit begeben. Die Fälle stiegen bis etwa Mitte Juni (ca.7000Fälle/Tag) rasant an. Die Krankenhäuser waren überfüllt und es gab nur knapp genügend Beatmungsgeräte, aber dann begann die Zahl der Fälle langsam zu sinken.

Jetzt im November gibt es täglich etwa 1500 neue Fälle und es gibt noch keine Anzeichen einer zweiten Welle. Die Grenzen wurden am 23. wieder geöffnet und verschiedene Gemeinden in und außerhalb der Hauptstadt, lockern langsam ihre Sicherheitsmaßnahmen. Mittlerweile dürfen in vielen Orten Restaurants wieder öffnen und die ersten Schulen (nur Privatschulen) versuchen es wieder mit normalem Unterricht. Obwohl die Situation von Region zu Region variiert, kann man allgemein behaupten, dass sich Chile langsam und vorsichtig wieder öffnet. Die Ausgangssperre beginnt immer später und man kann in vielen Orten auch wieder ohne Erlaubnis aus dem Haus. Hoffentlich verbessert sich die Situation weiter und hoffentlich bedeutet die Lockerung der Maßnahmen keine zweite Ansteckungswelle, bis jetzt jedenfalls noch nicht.