Delicia EGBOKI SAWANA

Ich heiße Delicia EGBOKI SAWANA und bin Schülerin am Mpiko-Gymnasium in Kinshasa, wo ich in der 7. Klasse bin. Ich bin 11 Jahre alt und werde im Mai 2021 12 Jahre alt.

Seit der Ankunft des Virus in Kinshasa ist mein Schulalltag seltsam geworden. Vor dem Betreten der Schule muss man die Maske aufsetzen, sonst wird man gejagt und jeder muss unbedingt sein eigenes Desinfektionsmittel in der Schultasche haben. Das wird direkt am Eingang kontrolliert.

In den Klassenzimmern darf man sich wegen COVID-19 nicht mehr berühren. Wir müssen einen Meter Abstand voneinander halten, um zu verhindern, dass wir eine schlechte Note in Betragen bekommen. In den Pausen spielen wir nicht mehr außerhalb unseres Klassenzimmers.

Vor dem Ausbruch von COVID gab es keine Einlasskontrollen an der Schule, wir gaben uns die Hand zur Begrüßung und wir teilten unsere Schulsachen (Stifte, Radiergummis, Tintenkiller). Beim Sport (Gymnastik) haben wir uns berührt und an den Händen gehalten und die Kontakte untereinander waren nicht verboten.

Auch zuhause gibt es Vorsichtsmaßnahmen meiner Eltern: Wenn unsere Haushaltshilfe morgens kommt, wäscht sie sich die Hände und wechselt ihre Maske, und wenn wir selbst von der Schule kommen, lassen wir unsere Schuhe direkt hinter der Haustüre stehen und legen unsere Schuluniformen ins Badezimmer, damit sie direkt gewaschen werden und wir selbst waschen uns auch sofort. Was sehr traurig ist, ist, dass meine Eltern alle Verwandtenbesuche verboten haben: Seit März 2020 besuchen wir meine Tanten, Cousinen und Cousins nicht mehr. Die Geburtstage feiern wir alleine bei uns zuhause. Zu Besuch kommt nur noch mein Großvater väterlicherseits, der sich mit Papa im Wohnzimmer unterhält, aber seine Frau solange im Auto warten lässt. Auch Mamas Mutter kommt manchmal, aber sie umarmt uns nicht mehr wie früher immer. Alle anderen Besucher empfangen meine Eltern nur noch an der Haustür.

Die große Hoffnung ist, dass schnell eine Impfung oder ein Medikament gefunden wird, das diese Krankheit bekämpft, das würde dafür sorgen, dass es nicht überall diese Verbote gibt. Vor allem, weil ich, mein Bruder und meine Schwester im Juni 2021 unsere Erstkommunion haben sollen und die Gefahr besteht, dass das Fest nicht stattfinden wird. Wir könnten keine Freunde und keine Verwandten einladen. So hat Corona unser Leben verändert.