Die Schülerzeitung des Friedrich-List-Gymnasiums Reutlingen

Kategorie: Natur, Umwelt und Gesundheit

(Haus)-Tiere in der Coronazeit

von Johanna Bahnmüller 

Straßenhund gähnt beim Überqueren der Straße

„Straßenhund gähnt beim Überqueren der Straße“ by marcoverch is licensed under CC BY 2.0

Werden seit dem Beginn der Corona Pandemie mehr Tiere als sonst ausgesetzt oder im Tierheim abgegeben? Dieser Frage bin ich nachgegangen und habe einige interessante Antworten dazu gefunden….

Zunächst wird vielleicht gedacht, dass mehr Menschen ihre Tiere abgeben oder aussetzen, weil die finanzielle Lage in vielen Haushalten durch Corona nicht besonders beruhigend ist. Arbeitslosigkeit findet man heutzutage öfter, andere verdienen aufgrund von Kurzarbeit weniger. Wer selber Tierbesitzer ist weiß wahrscheinliche: Tiere kosten nicht nur viel Zeit,

Ich habe ein Interview mit dem Tierheim Tübingen geführt und dabei Folgendes herausgefunden:
Im Tierheim Tübingen werden unerwarteterweise nicht mehr Tiere abgegeben, sondern es werden im Gegenteil viel mehr Tiere von Besuchern aufgenommen und in ein neues Zuhause gebracht. Am begehrtesten sind Hunde, die viel Zeit und Aufmerksamkeit brauchen. Die Leute wollen also eher eine Beschäftigung. Zu wenig Geld oder Zeit sind demnach nicht die Hauptfaktoren.

Allerdings ist das bei Kleintieren wie Hamstern, Hasen oder Kaninchen und Katzen anders. Hier ist alles wie immer. Es werden also nicht mehr Kleintiere abgegeben, aber auch nicht mehr geholt.

Doch ist dies nicht überall so. In vielen Ländern hat sich die Lage verschlechtert. International z.B. in Italien, Ägypten oder Spanien, gibt es viel mehr Streunertiere. Allein in Europa gibt es ca. 100 Millionen Streunerkatzen. Da sind Hunde oder andere Tiere noch nicht einmal mitgezählt. Die Streunertiere vermehren sich immer weiter da wegen Corona alle Kastrationsaktionen ausfallen und viele Tierheime schließen mussten.

Aber wie geht es eigentlich den Tierheimen in Deutschland? Bei ihnen kommt es jetzt darauf an, welche Sponsorenverträge sie in Deutschland vor einigen Jahren gemacht haben. Denn einige Tierheime haben sogenannte Futtersponsoren. Das ist eine Firma, die dem Tierheim Futter spendet. Das Tierheim hängt dann dafür z.B. Werbeplakate für die Firma bei sich im Tierheim auf. Wer einen Vertrag mit Gemeinden oder Organisationen gemacht hat überlebt und profitier sogar. Die Tierheime nehmen schließlich alle Tiere der Stadt zu sich. Dafür bekommen sie von Gemeinden Spenden.

Allerdings fehlen natürlich trotzdem die ganzen Spenden von Festen oder gemeinschaftlichen Zusammentreffen, da sie wegen Corona nicht stattfinden können.
Viele Heime stellen auch Futterboxen in Supermärkten oder in anderen Geschäften auf. Wenn man dort etwas in die Futterbox hinein wirft, kommt es in der Regel bei den Tierheimen an.

Auf internationaler Ebene, wie etwa in Urlaubsregionen geht es Tierheimen da vergleichsweise schlechter. Ihnen bleiben die Touristen aus, so dass die Menschen dort mit dem Tourismus gerade kein Geld verdienen. Also können sie sich das Futter oder andere Tierprodukte nicht mehr leisten. Manche Menschen, die kein eigenes Tier haben, würden normalerweise “einen Hund“ der immer abends vorbei kommt, um etwas zu fressen, füttern. Denn es gibt gerade in Urlaubszielen viele Streunertiere die ohne die Hilfe der Menschen die sie dort füttern sterben würden. Wenn man kein Geld hat, fällt diese Fütterung aus und das bedeutet das viele Tiere sterben oder
leiden.

So weit zum Ausland. Wenden wir uns wieder der Situation in Deutschland zu. Bei Futter ist jedes Tierheim verschieden. Viele Tierheime halbieren ihre Futterrationen weil sie sich die volle Portion nicht mehr leisten können. So kann man sich aber nicht gewiss sein dass die Tiere satt werden. Das Tierheim Tübingen hat zum Glück normale Futterportionen. Bei ihnen ist die Futtersituation also relativ normal.

Wobei viele Tierheime auch Angst vor der Normalisierung haben, denn wenn Corona irgendwann vorbei ist, haben die Menschen wieder nicht so viel Zeit weil alles wieder hochfährt und geben dann ihre Tiere, die sie sich in der Krise geholt haben, einfach wieder ab. So wären dann viele Heime überlastet. Allerdings meistert jedes Tierheim die Situation anders da es keine Regeln oder Vorschriften gibt die das Futter oder die Spendeneinnahmen regelt. Sie werden also auf sich alleine gestellt.

Aber wie geht es eigentlich den Tieren, die schon vor der Coronakrise bei ihren Besitzern waren?

Die meisten leiden unter der ständigen Anwesenheit der Menschen. Sie fühlen sich unter ständiger Beobachtung und können vielleicht nicht auf ihren Lieblingsplatz, weil der besetzt ist. Oder einfach mal ohne Herrchen und Frauchen Zuhause sein und Quatsch machen. Das heißt , dass wir unsere Tiere auch einfach mal in Ruhe lassen können und uns nicht wundern sollten, wenn sie auch mal auf uns verzichten wollen…

Aber, Haustiere sind ja nicht die einzigen betroffenen Tiere. Vögel oder Wildtiere leiden auch, denn häufiger als sonst kommen Spaziergänger an ihnen vorbei und füttern sie oder beobachten sie. Besonders schlimm ist es für diese Tiere, wenn die Menschen nicht auf den öffentlichen Wegen gehen, sondern einfach quer Feld ein. Denn so stören sie die Habitate der Tiere und bedrängen sie. Deswegen sollte man immer auf den öffentlichen Wegen bleiben und den Schildern folgen. Und diese Ausschilderung ist meistens so konzipiert, dass sie die Tiere nicht stört. Diese Regel gilt vor allem jetzt im Frühjahr wegen der Brut und Setzzeit. Das bedeutet das Wildtiere Jungtiere bekommen.

FAZIT: Wir sollten immer Verantwortungsbewusst gegen über Tieren sein und wenn wir uns eines zulegen dann sollten wir uns im klaren sein wie viel Verantwortung das ist. Das heißt dass wir uns kein Tier zulegen weil uns langweilig ist, aber wenn Corona wieder vorbei ist wird es dann wieder abgegeben. Außerdem sollten wir  natürliche Lebensräume respektieren und nicht von öffentlichen Wegen abgehen um sie dadurch zu stören…

Quellen: Zurcher Zeitung, Schwarzwälder Bote, SR.de, mdr.de, sr.de, nzz.ch, swp.de, Tübinger Tierheim

Ein Artikel von Johanna Bahnmüller

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